Mehr als 100 Jahre Fußball in Zülpich

Turnverein Zülpich

Der Turnverein Zülpich beging im Jahre 1896 sein drittes Stiftungsfest, was besagt, dass er 1893 gegründet wurde. Er entstand aus einer Gruppe von Gleichgesinnten, die sich den Namen Turnclub Germania zugelegt hatten. Im Januar 1896 wurde eine Generalversammlung des Turnvereins abgehalten. Dieses Datum gilt nun auch als Gründungsdatum des TuS Chlodwig Zülpich.

Zülpicher Fußball - Club (ZFC)

Im Jahre 1903 gründete der katholische Jungmännerverein eine Sportabteilung in der ab ca. 1907 auch Fußball gespielt wurde. Der 1914 ausbrechende 1. Weltkrieg unterbrach wie überall auch in Zülpich das Sportgeschehen. Durch die Umwandlung des Städt. Krankenhauses in ein Lazarett kamen viele Fußballer der damaligen Fußball-Hochburg Mönchengladbach/Rheydt in unsere Stadt und gaben dem Sportgeschehen neue Impulse. Durch diesen Drang nach sportlicher Betätigung entstand 1919 der Zülpicher Fußball-Club. Der Verein wurde Mitglied im Westdeutschen Spielverband und war damit der erste organisierte Fußballverein der Stadt Zülpich.
Seither spielten auch Jugendmannschaften beim ZFC. Das uns vorliegende älteste Bild einer Jugendmannschaft zeigt eine Elf aus dem Jahre 1926:

(Privatarchiv Dieter Mauß)

v.l.n.r.: Josef Eversheim, Hubert Busch, Heinrich Eversheim, Waldemar Reiland, Josef Schweitzer, Willi Strosser, Adolf Hamacher, Berthold Fuchs, Josef Macherey, Jakob Kerb, Josef Prison, Karl Berg, Josef Steeg, Jugendleiter Josef Wachendorf

Die Zülpicher Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom 20.04.1927 von den Osterspielen des ZFC 1919 Zülpich I. Am Ostersonntag spielte der ZFC beim SuS Elberfeld und gewann 5:2. Am Ostermontag gewann der ZFC bei der FC Victoria Schlich mit 2:1.

(Privatarchiv Peter Greuel)

An der Spitze des Zülpicher Fußball-Clubs standen von 1919 - 1934 folgende Männer:

Postamtmann Jean Diefenbach, Postoberinspektor Peter Schmitz, Tierarzt Peter Tönnes und Bierverleger Jean Knein.

DJK Chlodwig Zülpich

Im Jahre 1924 trat die Sportabteilung des kath. Jungmännervereins der 1920 gegründeten Deutschen Jugendkraft (DJK) bei. Der neue Sportverein benannte sich nach dem Frankenkönig Chlodwig, der im Jahre 496 n. Chr. in der Schlacht bei Zülpich die Alemannen besiegte. Neben einer starken Leichtathletik - Abteilung führte man nach und nach auch die Fußballer zu Ruhm und Ehren. Die Fußballer errangen mehrmals die Kreismeisterschaft. Ständig wurden Spieler zu Kreis und anderen Repräsentativspielen abgestellt, was die Spielstärke dieses Vereins ausdrucksvoll wiederspiegelt.

Die große Fusion der Sportvereine

Viele Jahre herrschte ein wahrer Vereins - Bruderzwist unter den Sportvereinen in Zülpich, der soweit führte, das 1934 beim ZFC der Spielbetrieb eingestellt werden musste. Ganz zum Erliegen kam der Sport dann, als durch die politischen Machthaber die DJK verboten wurde. Ein Jahr lang wurde in Zülpich kein Fußball mehr gespielt, bis sich die Verantwortlichen der Vereine DJK und ZFC zusammenrauften und 1935 nach einem Zusammenschluss in der neuen Saison den Spielbetrieb wieder aufnahmen. Die Krönung der Bemühungen folgte 1936, als sich alle Sportvereine der Stadt Zülpich zum neuen und bis heute bestehenden "Turn und Sportverein 1896 Zülpich" zusammenschlossen. Im Jahre 1952 wurde erneut ein DJK - Verein gegründet, dessen Vorhaben auch eine Fußballabteilung zu Gründen jedoch auf Unmut in der Bevölkerung stieß. So fusionierte man 1953 mit dem TuS zum endgültigen TuS Chlodwig 1896 e.V. Zülpich.

Sportliche Erfolge

1951 gelang zum ersten Mal der Aufstieg in die Bezirksklasse, allerdings nur für ein Jahr. 

(Privatarchiv Günter Gnath)

Erst in der Saison 1971/1972 gelang der ersten Mannschaft unter dem damaligen Trainer Heinz Vohsen der erneute Aufstieg in die Bezirksklasse. 1975 stieg die Elf unter Spielertrainer Toni Regh in die Landesliga und 1978 in die Verbandsliga auf.

Bisher einzigartig war die Teilnahme an der 1. DFB-Pokalhauptrunde am 25.08.1979. Der Gegner ESV Ingolstadt spielte damals in der 2. Bundesliga. Der TuS, zu dieser Zeit Verbandsligist, verlor zwar mit 2:6, aber wie titelte der Kölner Stadtanzeiger damals: 

 

"Durch Fußball in aller Munde - Zum Spiel kamen 2000 Zuschauer -

TuS Chlodwig schlug sich tapfer gegen Ingolstädter"

(Quelle: Stadtarchiv Euskirchen)

(Quelle: Stadtarchiv Euskirchen)  

DFB-Pokal 1979/1980, 1. Runde, 25.08.1979

TuS Chlodwig Zülpich - ESV Ingolstadt 2:6 (0:1)

2.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Armin Möller (Bochum)

Der TuS spielte mit folgender Mannschaft:

Karl-Heinz Dick, Heinz Doroschkow, Rainer Görgen, Ernst Koll (59. Schmitz), Wolfgang Uhlhaas, Gerd Keldenich, Meinhard Krippendorf, Bernd Lennartz, Charly Klinkhammer, Frank Müller (65. Peter Dick), Karl-Josef Boeck


Die Tore zum 1:2 und 2:6 schoss Karl-Josef Boeck (75. und 90.)

Weitere Höhepunkte der Vereinsgeschichte waren die Verbandsligaspielzeiten Ende der 70er und Mitte der 80er Jahre und die Landesligaspielzeiten in den 90er Jahren.
 

Dieses Niveau konnte aus verschiedenen Gründen nicht gehalten werden, so dass unsere Seniorenmannschaft nach diesen sportlich erfolgreichen Jahrzehnten bis in die Kreisliga C abstieg.

Zülpicher Nationalspieler

Auch ein Zülpicher Spieler schaffte den Sprung in die Nationalmannschaft und bestritt ein Länderspiel:

Peter Kremer

Dieses Bild stammt aus dem Jahr 1978 und zeigt den zu diesem Zeitpunkt 75-jährigen.

(Quelle: Jahrbuch zum 100-jährigen Bestehen unseres Vereins)

Am 03. Juni 1928 stand Peter Kremer im Tor der westdeutschen Nationalmannschaft, die in Aachen gegen eine holländische Stadtauswahl mit 3:1 gewann.
Die Zülpicher Zeitung titelte im Vorfeld:

Das Deutsche Tor in Chlodwigs Hut!

Unserem Internationalen Kremer zum Kampf gegen Holland am 3. Juni: Jugendkraft Heil und Sieg!

Mit freudigem Stolze geben wir der Zülpicher Bügerschaft bekannt, daß "unser Torwart" der Ehre gewürdigt wurde, das deutsche Tor gegen Holland zu hüten. Wem schlägt das Herz nicht höher in unverfälschter Heimatliebe, in altvererbtem Zülpicher Lokalstolze! "Chlodwig hütet das deutsche Tor"! Daß Peter Kremer seiner Vaterstadt alle Ehre machen wird, ist unsere zuversichtliche Hoffnung.

An alle sportliebenden Zülpicher Bürger richten wir die frdl. Bitte: Begleitet euren Favoriten am Sonntag und ermutigt ihn durch eure Gegenwart im Kampf gegen den ausländischen Gegner. Auf zum Waldstadion Aachen am Sonntag den 3. Juni (10 Uhr-Zug)

Heil dir! Chlodwig Zülpich!

(Quelle: Privatarchiv Dieter Mauß)

Aktuell

Nach einigen Spielzeiten in der Kreisliga A hat unsere 1. Seniorenmannschaft in der Saison 2016/2017 ungeschlagen den Aufstieg geschafft und spielt in der kommenden Saison in der Bezirksliga.

 

Wir sind stolz auf unsere Jugendarbeit. Seit nunmehr mehreren Jahren ist jeder Jahrgang, von der A-Jugend bis Bambini, mit mindestens einer Mannschaft vertreten.

 

Neben einer zweiten Seniorenmannschaft stellt der TuS Chlodwig Zülpich dreizehn Jugendmannschaften, davon zwei Mädchenmannschaften.

 

Unsere Frauenmannschaft, die zwischenzeitlich vom Spielbetrieb abgemeldet war, schaffte in dieser Saison auf Anhieb ebenfalls den Aufstieg in die Bezirksliga.

(Stand 07/2017)